Unwetter

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Neckarhochwasser von 1872
Gewitter mit Hagel am 28. Juli 2013. Hier Reutlinger Straße 30 min danach

Unwetter ist ein Sammelbegriff für extreme Wetterereignisse, die meistens sachwerte- oder lebensbedrohende Eigenschaften haben.

Definition[Bearbeiten]

Der Deutsche Wetterdienst definiert folgende Ereignisse als Unwetter, wenn die genannten Schwellen überschritten werden: [1] [2]


Bezeichnung Kriterien zu Unwetterwarnungen
Gewitter mit Hagel (Körner größer als 1,5 cm) oder mit Starkregen oder mit Sturm oder Orkan.
Sturm Orkanartige Böen von 11 Beaufort (in 10 m Höhe gemessen)
Orkan mind. 12 Bft. (in 10 m Höhe gemessen)
Schneeverwehung lockere Schneedecke (größer als 10 cm) oder Neuschnee mit Böen über 8 Bft
Starkregen mehr als 25 l/m² in 1 Stunde oder mehr als 35 l/m² in 6 Stunden
Dauerregen mehr als 40 l/m² in 12 Stunden oder mehr als 50 l/m² in 24 Stunden oder mehr als 60 l/m² in 48 Stunden
Glatteis verbreitete Bildung von Glatteis oder auch überfrierender Nässe mit Einfluss auf den Verkehr
Schneefall mehr als 10 cm in 6 Stunden oder mehr als 15 cm in 12 Stunden
Tauwetter Dauerregen bei einer Schneedecke von mehr als 15 cm


Folgende Ereignisse werden noch für Unwetterwarnungen seitens der meteorologischen Dienste herangezogen:

  • Hagelschlag
  • Nebel
  • Extrem hohe Temperaturen (Hitzewellen, Hitzeanomalien)
  • Extrem niedrige Temperaturen (Kälteanomalien)
  • Dürren (mit der Folge von Waldbrandgefahr)
  • Lawinengefahr


Unwetter in Tübingen[Bearbeiten]

  • Im Jahr 1872 führte der Neckar starkes Hochwasser, wovon ein historisches Foto zeugt (siehe oben).
  • Mitte August 1972 gab es in Tübingen eins der schwersten Unwetter seit 25 Jahren. Es regnete und hagelte in der Gegend um Tübingen ungewöhnlich stark. Gepeitscht von Windböen mit bis zu 110 Stundenkilometer (Windstärke 11), waren in Tübingen innerhalb von 45 Minuten 80 Liter Niederschläge pro Quadratmeter niedergegangen, fast soviel wie sonst während des ganzen Monats August. Tübinger Straßen standen bis zu 40 Zentimeter unter Wasser, walnußgroße Hagelkörner zertrümmerten Fensterscheiben, zum Beispiel im Neckarwerk, in dessen Maschinenraum es zeitweilig winterlich aussah. In Bühl riß der Dachsparren einer Fabrik ab, wirbelte rund 100 Meter durch die Luft, durchschlug das Dach eines dreistöckigen Hauses und bohrte sich in eine Küche. Ein Holzlager bei Kilchberg sah nach dem Wetter aus "wie ein überdimensionales Mikado-Spiel" (so der "Spiegel" und das "Schwäbische Tagblatt").[3][4]
  • 9. Januar 1985: Der Neckar ist nach zuletzt 1971 fest zugefroren.[5]
  • 15. Februar 1990: Die Bewohner/innen des Neckartals erlebten eine der schwersten Flutkatastrophen seit 35 Jahren. Ab 14 Uhr war die Platanenallee völlig überschwemmt.[6]
  • Vom 28. Februar zum 1. März 1990 wütete der Orkan Wiebke [7] [8]als stärkster einer Folge von Stürmen ab Januar im Landkreis. Er zerstörte u.a. vor dem Hölderlinturm eine alte Weide [9] und entwurzelte mehrere Bäume vor dem Schwärzlocher Hof.
  • Am 26. Dezember 1999 jagte der Orkan Lothar mit mehr als 200 km/h übers Land. Der Kreis Tübingen lag mitten in der Schneise. Im Landkreis Tübingen knickte der Sturm rund eine Million Festmeter Holz. Mehr als 2000 Hektar Wald wurden hier im Kreis umgeworfen. Lothar fällte laut Schwäbischem Tagblatt in zwei Stunden so viel Holz, wie die Waldarbeiter sonst in fünf bis zehn Jahren.[10]
  • Im Juli 2008 gingen in der Gegend um Tübingen heftige Wolkenbrüche und Hagelschauer nieder. Die Bundesstraße B27 bei Dußlingen musste rund sechs Stunden lang gesperrt werden, weil eine Eisenbahnunterführung komplett überflutet war. Das Wasser stand bis zu 2½ m hoch. In Teilen des Steinlachtals bedeckte eine zehn Zentimeter dicke Hagelschicht den Boden.[11]
  • Im Februar 2010 sind einige Bäume im Kreis Tübingen durch das Sturmtief Xynthia entwurzelt worden.[12]
  • 2. September 2011 am spätem Nachmittag: Ein Gewitter über Pfrondorf bringt stellenweise bis zu 30 cm hoch Hagel. Hagelkörner mit Durchmesser bis zur Größe eines 1 Euro Geldstücks zerschlagen Dachfenster, Vordächer, Autoscheiben und teilweise auch Dachziegel. Noch am Morgen nach dem Unwetter wird der Hagel mit Schneeschaufeln von den Anwohnern beiseite geschoben.[13][14][15]
  • 20. Januar 2013: Blitzeis macht Straßen und Gehwege zu spiegelglatten Rutschbahnen. Mehr als 40 Knochenbrüche an diesem Tag in Kreis Tübingen[16]
  • 28. Juli 2013: Ein schweres Gewitter mit Hagel trifft Tübingen schwer. Autoscheiben, -karossierien und andere Teile, Rollläden/Jalousien, Fenster aller Art, Oberlichter und Solaranlagen gehen zu Bruch oder werden stark beschädigt, Gärten werden schwer verwüstet, Außenanlagen und die Kunstausstellung des G91-Baus werden beschädigt.[17][18][19]


Videos[Bearbeiten]

Hölderlinturm im Neckarhochwasser, 1999

Hagelunwetter 2013


-- bitte ergänzen --

Siehe auch[Bearbeiten]

Weiße Weihnachten

Quellen[Bearbeiten]

  1. Unwetter auf Wikipedia. Autorenliste: [1]
  2. Deutscher Wetterdienst: Erläuterungen u. Kriterien zu Unwetterwarnungen
  3. Unwetter: Tödliche Falle - Der Hagelsturm von Stuttgart beschäftigte die Meteorologen: Das Unwetter läßt sich erklären, vorhersehen ließ es sich nicht. Der Spiegel 35/1972. 21. August 1972. Seite 64.
  4. Katharina Mayer: Vor 40 Jahren fegten Sturmböen das Neckartal entlang - Da war Land unter.Tagblatt vom 19. August 2012.
  5. Tübinger Stadtchronik von 1985
  6. Tübinger Stadtchronik von 1990
  7. Orkan Wiebke in Wikipedia
  8. Orkan-Wiebe-Stein im Schönbuch
  9. Stadtchronik 1990
  10. Mario Beisswenger: Ein Hauch von Skandinavien: Nach zehn Jahren: Spuren des Orkans Lothar von jungem Wald bedeckt. Tagblatt, 23. Dezember 2009.
  11. Nach Unwetter B27 teilweise gesperrt. Stuttgarter Nachrichten, 30. Juli 2008.
  12. Feuerwehr rückte im Kreis Tübingen 30 Mal aus - Straßen wegen Sturmtief Xynthia gesperrt. Tagblatt, 28. Februar 2010.
  13. Heftiger Hagel: Schneeschippen im Spätsommer
  14. Versicherungen begutachteten die Hagelschäden in Pfrondorf (mit Foto der Hagelwolke)
  15. Gespräche von Pfrondorfern mit dem Autor
  16. Tagblatt Meldung online
  17. Tagblatt Meldung online
  18. Tagblatt Bilder Galerie
  19. Hagelschaden am G91-Bau